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EIN SPIEL (50 Worte)
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Fotografien 2
Fundsachen
   
 


„die einen werden ersaufen im blut der anderen. wir haben nur eine gewissheit: wir haben mehr blut.“ (Heiner Müller, ZEMENT)


Sie werden sicher festgestellt haben, daß Sie sich bei allen Fragen zwischen prinzipiell gleichwertigen Alternativen zu entscheiden hatten. Das ist kein Zufall, denn es geht in diesem Test nicht darum, ob Sie ein mehr oder nur weniger wertvoller Mensch sind.


KLEINER FRAGEBOGEN:
https://de.surveymonkey.com/r/3Q92KQL
Viel Spaß & Danke für die Antworten!
(anonym)


feathers (w.i.p.)

1 Gott

pusenje ubija

"Auf jeden Fall, wir sind da schon wirklich weit.
Ich wollt noch eine ganz kurze Sache sagen, zu diesem, dahinten drüben, Tempelhofer Feld fluten u.s.w.. Mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz ist es geklärt. Also der Tempelhofer Flughafen wird 1996 seinen Betrieb einstellen, 1996 wird auch schon angefangen, die baulichen Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen, um ihn dann Anfang '97 zu fluten. Im Lauf des nächsten Jahres wird der Flugbetrieb eingeschränkt und alle verkehrenden Maschinen werden nach und nach auf dem Dach des Empfangs-gebäudes, das stehen bleibt, aufgestellt. Wir haben die Zusage, daß Berlin alle zwei Jahre die Segelweltmeisterschaften austragen wird, d.h. die Segelweltmeisterschaften werden auf dem Tempelhofer Meer stattfinden. Da müssen wir immer schönen Wind haben -
Dann machen wir das einfach so:
die Flugzeuge, die wir auf dem Dach da aufgestellt haben, schalten wir alle auf einmal AN. Die einen so rum, die Propellermaschinen so rum, das gibt dann schönen Wind.
Die Werbeflächen sind auch schon alle verkauft. Das wird ganz schön bunt. Schön bunt. Vor allem, wenn man das mal von oben sieht...Diese bunten Flugzeuge, die so schön den Wind machen und die kleinen weißen Boote über das Tempelhofer Meer blasen! Klasse, Klasse!!!"
aus "Großstadtnotizen", theater zum westlichen stadthirschen, 1995


(p.e. Flugtote)
1997   1476   (50 Abstürze)
1998   1373   (56 Abstürze)
1999    651   (41 Abstürze)
2000   1153   (35 Abstürze)
2001   1139   (37 Abstürze)
2002   1412   (47 Abstürze)
2003   1181   (41 Abstürze)
2004    576    (33 Abstürze)
2005   1667   (123 Abstürze)
2006   1392   (147 Abstürze)
2007   1181   (126 Abstürze)
2008   1130   (158 Abstürze)
2009   1428   (167 Abstürze)
2010   1412   (167 Abstürze)
2011   1106   (160 Abstürze)
2012   1064   (156 Abstürze)
2013   712    (136 Abstürze)
2014   1423   (128 Abstürze)
2015   1130   (126 Abstürze)
2016   793     (120 Abstürze)
2017   512     (101 Abstürze)
2018   925     (102 Abstürze)


1 Essen

1 Gott

handgame 177


WORTMUSEUM

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Begleittext zum „Backsides“-Kalender 2018, Fotografien von Petra Lehnardt-Olm

Wofür hat man einen Rücken? Wozu ist der gut? Was kann man mit ihm machen? Was kann man mit ihm tun? Eigenartige Fragen? Vielleicht, jedenfalls erhielt ich von meinen bevorzugten Auskunftgebern wieder mal einige ungewöhnliche Antworten:
„Wenn man zum Beispiel einen Rucksack hat, dann muss man aufpassen, dass der Rücken und die Wirbelsäule nicht kaputt gehen. - Man braucht den Rücken, um zum Beispiel im Notfall nicht umzukippen. Um aufrecht zu stehen, also nicht nur im Notfall. - Mit einem Rücken kann man sehr gut andere Leute verführen. Und ein Rücken ist dazu da, dass die Innereien nicht nach hinten wegfallen. - Der Rücken ist dafür da, dass man nicht so schief ist und auch nicht so krumm läuft. - Der Rücken beherbergt die Wirbelsäule und die Rippen, welche die Eingeweide zusammenhalten. Ohne Rücken kann man nicht existieren. - Wenn der Rücken nicht gerade ist und die Wirbelsäule, dann hat man ein Problem. Dann muss man ein Korsett tragen. - Also der Rücken ist dafür da, dass man immer gerade sitzt, dass man mit dem zusammen auch gerade laufen kann und dass der zum Einkaufen geeignet ist. Ein Rücken ist auch dafür da, dass man den immer hat. Und dafür, dass man mal ein kleines Kind auf ihm transportieren kann, falls man mal Pferd spielen sollte. - Der Rücken ist wichtig, wenn man sich auf den Bauch drehen will; das ginge ohne den Rücken nicht.“

„Wer bist du? Woher kommst du? Was willst du hier? Hast du dich verlaufen? Warum antwortest du nicht? Kannst du nicht sprechen? Du kannst hier nicht bleiben. Du kannst hier nicht sein.“
Auch dieses Mantra ist mir wieder eingefallen, als mir während eines Jahres zwölf Frauen über den Weg gelaufen waren, oder vielmehr ich ihnen. Wobei sie ja bis auf den Wipfel des Baumes oder in den (brennenden) Wald hinein einen Weg schon längst nicht mehr hatten. Und vermutlich hat keine von ihnen meine Fragen überhaupt je gehört. Sie waren und blieben mir alle abgewandt, verheißungsvoll stumm, ohne Antlitz, ohne Gesicht. Eine jede durfte ich einen ganzen Monat lang fast schamlos betrachten. Ihr Verharren oder ihre Flucht. Eine durchaus erotische Kontemplation, vor allem dann, wenn ein paar Haare oder mal ein Fuß mit ins Spiel kamen. Und die Hintern drängen sich ja per definitionem sowieso immer vor. Währenddessen waren sie mit ihrer Körperverschmelzung beschäftigt, ihrer Elementwerdung, als sollten sie zum Zeichenträger werden für die Zuschreibung des Tierkreises zu den Grundkonsistenzen der Natur.
Bei den Samurai gilt die Unversehrtheit des Rückens als Beweis für den Mut einer Kämpferin. Ein Rücken voller Narben zeichnet den Feigling aus. Auch in dieser Hinsicht bin ich sehr gespannt auf das nächste Jahr, in dem sich die Frauen alle umwenden werden, um vielleicht ein paar mutige Worte mit mir zu wechseln über die Erde, über das Wasser, über das Feuer oder die Luft.
Ich selbst bin Wassermann.


Hund stürzt in Brunnen - Drei Tote bei Rettungsversuch
Drei Menschen sind in Kambodscha bei dem Versuch ertrunken, einen Hund zu retten. Das Haustier war in der Provinz Kratie in einen Brunnen gestürzt, berichtet die Tageszeitung "The Cambodia Daily".Um seinen Hund zu retten, seilte sich der 25 Jahre alte Besitzer in den neun Meter tiefen Brunnen ab und ertrank.
Als der Mann nicht wieder nach oben kam, stieg seine 64 Jahre alte Mutter in den Schacht. Schließlich startete ein 38 Jahre alter Nachbar einen Rettungsversuch und kletterte ebenfalls hinab. Mehrere Stunden später legten Einsatzkräfte den Brunnen trocken und fanden die Leichen von Mutter, Sohn und Nachbar sowie den toten Hund.
07.07.2014,12:33 Uhr | dpa 

“Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg. Was wir Weg nennen ist Zögern.“ Anne-Kathrin Heier


PARTITUR II


Elf Logiker machen ein Spiel in der U-Bahn. Der Spielleiter hat den zehn Spielern je einen Zettel auf die Stirn geklebt. Dieser ist entweder gelb oder rot. Niemand kann die Farbe seines eigenen Zettels erkennen. Die Spieler dürfen auch nicht miteinander reden oder sich Zeichen geben. Die U-Bahn fährt los und der Spielleiter sagt: 
"Mindestens einer von euch hat einen roten Zettel auf der Stirn. Alle mit einem roten Zettel sollten möglichst schnell aussteigen." 
Beim ersten Halt bleiben alle sitzen, beim zweiten Halt auch. Erst beim dritten Halt steigen die Spieler mit roten Zetteln aus. Wie viele waren es?


face 11


einer der spannendsten prozesse beim inklusiven theater läuft doch ab, wenn aus einem offensichtlichen manko durch ergebnisoffene konfrontationen (nicht manipulationen) mit text, form, raum und partner völlig überraschende sinnzusammenhänge und ausdrucksmomente entstehen, die im exklusiven Theater nicht möglich wären, die aber gerade nicht auf das manko zurück verweisen, sondern eher ein staunen provozieren über die tatsache, dass es nicht nur von vorteil sein kann, über gewisse fähigkeiten zu verfügen sondern auch über gewisse unfähigkeiten!
das echo dieser „erkenntnis“ im (disabled) darsteller ist unverzichtbar und vielleicht das, was uns am meisten berührt…

ROTE SCHUHE

was bei diesem diskurs (Debatte um "Disabled Theatre" auf www.nachtkritik.de), der sich mittlerweile seinen gefühlt fünfzehnten loop leistet, fehlt, sind doch u.a. auch stimmen derjenigen, um die es hier eigentlich geht. stellvertretend für diese (die STADTHIRSCH/THIKWA-Produktionen „Das Zarte wirdja immer überdroht“, „Maison de Santé“, „Kafka am Sprachrand“, „ProtokollPankow“, „Die Flieger“, „Schippels Traum“ oder zuletzt  „Schillers Schreibtisch“ hat vermutlich kaum einer der hier so eifrig debattierenden gesehen) hier ein zitat von torsten holzapfel:
„Tja. Man möchte eigentlich, es ist ja irgendwie kaputt, und man möchte am liebsten, eigentlich sagt man ja, das Leben ist ein Geschenk Gottes ,aber wenn das Geschenk kaputt geht, kaputt ist, man kriegt ein kaputtes Geschenk, möchte man es am liebsten zurückgeben, ja. Manchmal hätt ich Lust, es wieder zurückzugeben, ist ja irgendwie in mir was kaputt, fehlt was, was ich nicht geben kann, deswegen will man das Geschenk wieder zurückgeben.“
natürlich erklärt sich jeder darstellende künstler freiwillig zum exponat, aber wie unsere „behinderten“ kollegen darüber hinaus (z.B. als autoren) das theater bereichern können, wird hier bislang nicht mal im ansatz erkennbar…!


face 19


Der Ruf des Grünfinks ist ein kurzes, kräftiges „jüpp“, das meist in schnellen Serien wiederholt wird. Es wird auch zu einem kurzen Trillern gesteigert, das etwa wie „djüp-rüp-rüp“ klingt. Der Ruf kann auch laut ansteigend nach „juÍT“ klingen. Der Gesang tritt in zwei sehr unterschiedlichen Typen auf. Ein unmusikalisches, vibrierendes und krächzend nach „dschrüüüüjuh“ klingender Ton, der mit langen Pausen wiederholt wird. Der andere Typ ist angenehmer, langgezogen und ähnelt dem Kanarienvogel. Er besteht aus Trillern, Pfiffen und schnellem Zwitschern und klingt etwa wie „djüpp-djüpp-djüpp djürrrrrrrr tuj-tuj-tuj duÍT tjipp-tjipp-tjipp-tjipp dürdürdürdür djürrrrrrr“ oder ähnlichem. Manchmal werden auch beide Gesangstypen vermischt.


ZUGANG

eben wegen der gendefekte sprechen selbst sehr gelehrte erdenmenschen eher selten gegen vergebens begehrenswerte pferde, denen ehedem jede rede verwehrt gewesen

HOOD-LICHT



Zwei Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) bereiteten sich auf einen Außeneinsatz vor, um ein Leck im Kühlsystem zu beheben. Das gab die US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston (Texas) bekannt. "Wir schicken zwei Besatzungsmitglieder in Stoff und Gummi-Druckanzügen durch die Luftschleuse", schrieb der kanadische ISS-Kommandeur Chris Hadfield bei Twitter.
Zuvor war bekanntgeworden, dass Ammoniak aus der ISS ins All entweicht. Das giftige Gas dient zur Kühlung eines Stromkreislaufs auf dem Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometern Höhe. Es handele sich um ein "sehr ernstes" Problem, sagte der zuständige russische Experte Wladimir Solowjow der Agentur Interfax.
Selten sind Außeneinsätze im All derart kurzfristig anberaumt worden. Jetzt versuche die Crew, das Leck zu orten, bevor noch mehr Ammoniak aus dem System entweiche. "Das System könnte durch einen Mikrometeoriten oder ein Stück Weltraummüll beschädigt worden sein", sagte ISS-Manager Mike Suffredini. "Wir sprechen von einem sehr, sehr kleinen Loch", so Suffredini.
Crew und Station seien aber nicht in Gefahr, so die Nasa. "Das ganze Team funktioniert wie ein Uhrwerk, bereitet sich auf morgen vor. Ich bin so stolz, Kommandeur dieser Crew zu sein. Solche großartigen, fähigen, lustigen Menschen", schrieb Commander Hadfield.
Aus russischen Raumfahrtkreisen verlautete, dass auch eine Verschiebung der in Kürze geplanten Rückkehr von drei Besatzungsmitgliedern möglich sei. Außer Chris Hadfield, Chris Cassidy und Tom Marshburn arbeiten zurzeit die russischen Kosmonauten Roman Romanenko, Pawel Winogradow und Alexander Missurkin in der ISS. (dpa)


BIRTHDUMMY


Ein Prediger hat in Saudi-Arabien mit seiner Forderung, Mädchen ab dem Alter von zwei Jahren zu verschleiern, heftige Kritik ausgelöst. Abdallah al-Daud sagte in dem religiösen Sender Al-Madschd, "wenn das kleine Mädchen ein bestimmtes Begehren wecken kann, müssen seine Eltern sein Gesicht bedecken und ihm den Schleier vorschreiben." (AFP)


FISHLOVE


Ein Amerikaner hat seine tote Ehefrau tagelang gekocht und anschließend entsorgt. Er habe sie vor drei Jahrennach einem Streit gefesselt und ihren Mund zugeklebt, sagte der 49-Jährige vorGericht. Nachdem er sie am nächsten Morgen leblos auffand, kochte der Restaurantbesitzer aus Los Angeles die Leiche in einem Behälter. Vier Tage später schüttete er die Überreste zu den anderen flüssigen Fettabfällen des Restaurants. Übriggebliebene Körperteile habe er im Müll entsorgt. Der Koch gab an, nur den Schädel aufgehoben zu haben. Als er im vergangenen Jahr ins Visier der Ermittler geriet, stürzte er sich von einer Klippe und sitzt seitdem im Rollstuhl.





Unter dem Begriff Frey-Syndrom, auch als Aurikulotemporales Syndrom, Gustatorisches Schwitzen und Gustatorische Hyperhidrose bezeichnet, versteht man ein abnorm ausgeprägtes Schwitzen in umschriebenen Hautbezirken des Gesicht-Hals-Bereiches, das während des Verzehrs jeglicher Speisen bzw. bei gustatorischen (d. h. Geschmacks-) Reizen wie z. B. Lutschen, Schmecken, Kauen, Beißen, Saugen ausgelöst wird.


"protokoll pankow" in der handelskammer hamburg

foto: nicole hummel

- Und ich habe manchmal das Gefühl, wenn der Puppenspieler mich los lässt, dann weiß ich gar nicht, was ich machen soll. Dann lieg ich da rum und denk immer, wie lange lässt er mich denn noch, wie lang muss ich denn noch, und irgendwann zack kommt er wieder. Aber wer das ist, weiß ich nicht.
- Das weiß eben niemand.
- Also du weißt es auch nicht.
- Naja, jetzt im Moment ist es Peter Pankow. Wir sind geistig verschmelzbar.
- Peter?
- Ja?
- Du kannst doch den sehen, der mich da grade bewegt, oder?
- Ja.
- Wer ist denn das, oder was ist das?
- Das ist ein Schauspieler.

- Ein Schauspieler?
- Ja.
- Der mich bewegt?
- Ja.

- Aber als Puppen sind wir doch immer allein.
- Nein, wir sind nicht allein. Es gibt tausende Puppen.
- Aber wenn ich jetzt denke, sind das meine Gedanken, sind das deine? Ich denke ja manchmal etwas, und ich weiß dann immer nicht, bin ich das, der das denkt, oder ist das jemand anderer?
- Du hängst an Schnüren! Man holt dich aus dem Karton und packt dich in den Raum und dann gehst du mit dem, der grade da ist.
- Mein Kopf ist so schwer.
- Unsere Köpfe sind alle schwer! Wir denken alle zuviel nach.
- Aber mein Kopf kann gar nicht denken. Alleine sein ist schrecklich. Wenn man immer nur in dieser Kiste hockt. Das macht keinen Spaß.
- Alleine sein ist schlimmer als tot sein.
- Wir sind aus Holz und wir können, solange man uns nicht kaputt macht, ewig leben. Wenn wir nicht repariert werden, dann sind wir tot.
- Repariert?
- Ja.
- Bist du krank?
- Ja, ich muss immer repariert werden.
- Bist du krank?
- Ja, sieh doch mal mein Bein an, meine Figur! Ich leg mich noch was hin.
- Ja, mach das.
- Jetzt ist der Puppenspieler auch weg. Puppe weg, Puppenspieler weg, alle weg.
- Die Bühne ist voller Puppen.
- Und wir fühlen uns wie an der Puppenwand, mit Fäden überwacht, die unsichtbar sind.
- Die Bühne ist voller Puppen und voller Puppenteile.
- Ja, und es gibt lauter, lauter Seelen, die uns beherrschen wollen.
- Seelen?
- Ja. Menschen.
- Die uns beherrschen wollen?
- Die mit uns arbeiten wollen. Wir sind aber keine Sklaven.
- Wir sind Puppen.

- Ja.
- Puppen.
- Ja.
- Puppen.
- Ja.
- Puppen aus Fleisch und Blut.

aus PROTOKOLL PANKOW (2012)


"dürfen hunde autofahren? auch wen kein benziehn im tahnk ist? ja sie können fahren wen die hunde die Vorfahrt behachten und wen die ampeln rot sind bleiben die ampeln aus und die hune fahren ins"
d.k.


Dichter sind die Sterblichen, die mit Ernst den Weingott singend, die Spur der entflohenen Götter spüren, auf deren Spur bleiben und so den verwandten Sterblichen den Weg spuren zur Wende... (Heidegger/Hölderlin)


BREWERY


"Staatliche Aufsichtsbehörden haben California Lokführer aus mit Handys in der Folge eine tödliche Los Angeles Absturz auf SMS Schuld verboten."
(OfficialWire)




THE TORTURE NEVER STOPS...

THE TORTURE NEVER STOPS... 2


Klinikum Benjamin Franklin: Heilbad


Klinikum Benjamin Franklin: Kapelle


Platz 55 im Fragespiel nach den 50 Worten teilen sich z.Z. die Worte: 
RUHE   VATER   GELD   GLAUBE   HOFFNUNG   VERTRAUEN   TAG

EIN SPIEL (50 Worte)


GREEN 17


Seume?
Seume, schläfst du noch? Du berührst dich nicht. Träumst du, Seume? Bist du…? Ach, Seume, du bist doch mein Freund. Bist du unglücklich, weil deine Frau abgehauen ist, deine Meisterin nicht mehr da ist? Wie kommst du denn damit klar, dass ich jetzt dein Meister bin?
Du bist noch sehr müde, nicht? Ich denke darüber nach, an so einer Schnur eine Frau für dich zu machen, dass du dich nicht so alleine fühlst.
Vielleicht hast du ja deswegen deine Stimme verloren.
Kennst du Italien?
Bist du stolz?
Hast du deine eigenen Ideen?
Du bist ja schon ziemlich alt...!
Kommst du aus einer Kiste? Kommst du aus einer verschiedenen Welt? Oder bist du aus Japan entsprungen?
Vielleicht kauf ich dir eine schöne Bäuerin. In die du dann verliebt sein kannst.
Seume?
Hörst du mir zu?
Seume?
Bist du tot?
Seume?
aus PROTOKOLL PANKOW, Theater Thikwa 2012


MAN OUT OF FRAME


Wir wollen uns zunächst befassen mit Kafka’s kurzem Text „Der Steuermann“, den ich als bekannt voraussetze, und zwar vor allem mit den beiden letzten Sätzen, die da lauten: „Was ist das für ein Volk? Denken sie auch oder schlurfen sie nur sinnlos über die Erde?“

Und jetzt stellt sich doch die Frage: welches Volk ist hier gemeint und warum benutzt Kafka an dieser Stelle – und es ist die einzige in seinem gesamten Werk – das Wort „schlurfen“?
Vielleicht darf ich Ihnen kurz meine Gedanken zu dieser Problematik skizzieren.
Wenn wir das Volk als Metapher begreifen für die Masse, der alles Wesenhafte immanent ist außer eben der jeweils zwanghaft sich ereignenden Individuation, dann generiert doch der Vorgang des Schlurfens und die ihm parallel unterstellte Abwesenheit jeglicher Reflexion gewissermaßen einen Spiegel, in dem die Ich-Figur nichts anderes mehr erkennt als das Bild und damit Schmerz gewordene Dilemma von Geworfenheit und Determination.
Das heißt: die Unwirklichkeit eines aus der objektiven Physikalität des zerebralen Prozesses in die subjektive Existenz des erinnernden Schauens nicht übertragbaren Ereignisses (hier des Schlurfens) ist wirklicher als die greifbare Realität des Bildes. Und hinter dem Bild lauert immer entweder der leere Raum oder eine von meist wildem Getier bevölkerte Landschaft, also der Zustand bzw. das Bewusstsein der Enttröstung ist immer universell. Und ich sage ganz bewusst Enttröstung und nicht Trostlosigkeit. Denn wir bewegen uns ja auch hier keineswegs in einer amoralischen Kategorie.
Können Sie mir folgen?
(theater zum westlichen stadthirschen: KAFKA AM SPRACHRAND)


"wir fahren zurück in die heimat, denn dort, wo unsre wiege stand, da wolln wir auch begraben sein" (m.g.)



die flugangst ist eine der demut verwandte tugend. wer sie leugnet und als irrational oder gar lächerlich bezeichnet, bewegt sich im randbereich der ersten todsünde.


BURKA 2



Nach Gott haben wir nichts Wichtigeres mehr gehabt als Öffentlichkeit. (M. W.)


House 73


KLINIKUM NORD HH








Was mich ärgert zum Beispiel ist, wenn ich in Köln durch die Fußgängerzone gehe, oder durch eine beliebige Fußgängerzone, wo eingekauft wird, ärgert mich die Unschuld dieser Bevölkerung, die sind alle unschuldig, und ich mag keine unschuldigen Menschen, das ist für mich fast etwas, fast mit Ekel verbunden, diese Unschuld, die sind an nichts schuld, an nichts schuld gewesen und auch jetzt an nichts schuld, und sind subjektiv wirklich unschuldig, das bin ich nicht. (Heiner Müller)


RIECKHALLE 1


"Die Landebahn ist ja nur 527 Meter lang und 20 Meter breit, und sie hat eine Neigung von 12 Grad. Eine Seite der Landebahn grenzt an das Bergmassiv, die andere Seite endet abrupt an einem Abgrund. Man spürt schon eine Spannung und ein Kribbeln, wenn es zur Landung kommt. Aber man wird auch von der Landschaft drumherum abgelenkt. Trotzdem, die Landung ist abenteuerlich. Der Pilot setzt wie zu einem Sturzflug an und bremst die Maschine ab. Schafft er es nicht, rast die Maschine gegen den Berg. Gestern dürfte die Maschine im Nebel die Felskante erwischt haben. Diese Piloten riskieren manchmal zu viel. Vielleicht hätte er noch abdrehen sollen."


HENKERS


„Insgesamt erfahren in deutschen Krankenhäusern höchstens zwanzig bis dreißig Prozent aller Patienten mit sehr großen Schmerzen eine ausreichende Schmerztherapie. Das heißt, und das ist eine schreckliche Wahrheit, siebzig bis achtzig Prozent sterben unter Qualen. Das müsste nicht so sein, denn dagegen gäbe es Mittel. Zwar hat sich der Morphiumverbrauch in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich erhöht, von 0,8 Kilogramm pro eine Million Einwohner im Jahr 1985 auf 17,7 Kilogramm im Jahr 2002. Aber auch mit diesem gestiegenen Verbrauch liegt Deutschland in der Europäischen Union immer noch an letzter Stelle. Auf dem ersten Platz steht übrigens Österreich.“
Wolfgang Prosinger, „Tanner geht“, 2008




Es war einmal eine Oma. Die wollte zum Heiligen Abend ihre klitzekleinen Enkelchen nicht besuchen. Sie hatte eine viel bessere Idee. Nämlich: ihre Schwester war auch eine Oma und die wollte das auch nicht. Sollen doch klitzekleine Enkelchen bitteschön ab sofort ihre heiligen Geschenke europaweit ohne Oma-Hilfe auspacken und sich dann selbst damit belästigen. Und Omas in Ruhe lassen. Also bestellte die Oma sich beim Ministerium für innerweihnachtliche Angelegenheiten einen Hubschrauber. Damit flog sie in die heimliche Hauptstadt ihres gebeutelten Landes und entführte ihre Schwester ins töchterliche Refugium. Das war zu dieser Zeit aus dubiosen Gründen unbehaust. Der Schwager ihres Sohns hatte die Nichte ihrer Schwester hinterrücks ins ferne Arabien zum gefürchteten und krankhaft vereinigten Emir Ahmad XXXVIII. gelockt, mit Versprechungen, die niederzuschreiben - in der Adventszeit (und die läuft doch gerade ab, oder?) - sich jedem halbwegs gläubigen Monotheisten verbietet. Davon also ein andermal... Nun waren die beiden Enkel-Verschmäherinnen glücklich in der Merlo-Station gelandet und was wurde das für ein Spaß! Zunächst verschafften sich die zwei Grundkenntnisse in der Computer- und Internet-Bedienung. Vorher wurde der Helikopter-Mietvertrag bis zum Neujahrstag verlängert, und zwar inklusive der dreiköpfigen Besatzung. Die Pilotinnen und der Techniker waren alles andere als begeistert aber – und da fing das Gekicher und Gekreische eigentlich an – weisungsgebunden. Die Rhein-Metropole wurde nun mehrere Tage lang mit unberechenbaren Hubschrauber-Landungen an die Grenze ihrer logistischen Kapazitäten bewegt. Heumarkt, Neumarkt, Ebertplatz, Ubierring, Rudolfplatz, Wallraffplatz, Chlodwigplatz, Alter Markt, Domplatte, einmal sogar mitten in der Schildergasse, mindestens dreimal täglich landete dieser abgesegnete Helikopter an total vom allgemeinen Kaufrausch überlaufenen Stellen der Stadt. Und immer verließen zwei nicht mehr ganz so jugendliche Damenschaften das Geflieg für höchstens 20 Minuten, um in den angrenzenden Geschäften und Passagen hauptsächlich – aufgepasst – gigantische Mengen an Kinderspielzeug und bayrischen Lebensmittel-Spezialitäten einzukaufen. Immer ein bisschen modisch aufgetakelt und bester man möchte fast sagen hysterisch guter Laune. Zack – waren sie gelandet. Schnell eingekauft. Zack –waren sie wieder weg. Nicht alle Kölner wussten das zu schätzen, bald hieß es mehrmals am Tag: „Ey, komm, lassemer jonn, die Merlo-Sisters sin im Anfluch.“ Ungewöhnliche Vorgänge, gewiss! Was diese Tage aber in die Annalen der Stadt einbrennen wird, ist das Finale, das die Kochler-Irmgard und die Kochler-Elisabeth mit traumwandlerischer Empathie fürs rheinische Territorium zu ihrer Höchst- und Abschluss-Gaudi inszenierten. Übers Internet hatten sie eine gigantische Enkel-Ersatz-Bescherung im Müngersdorfer Rhein-Cologne-Stadion organisiert. Am 1. Weihnachtsfeiertag stieg der Hubschrauber ein letztes Mal in den weihnachtlichen Himmel und vor 45.000 begeisterten Zuschauern ging ein bunter Regen kleiner Fallschirme auf den Fußball-Rasen nieder. Päckchen, Säckchen, Schachteln, Tütchen, Beutel, Geschenke über Geschenke. Es war unglaublich. Am Schluss segelten 3 Fallschirme in die Arena, mit denen die Crew aus ihrem nervenaufreibenden Weihnachtsdienst auf den Boden der Tatsachen entlassen wurde. Auch hier Gejohle von allen Rängen. An der Seide ihrer Schirme konnte man sie erkennen: ALMA, ANASTASIA & LUKA. Den Heimflug in die Merlo haben die 2 Omas erstaunlich hingekriegt und die Zeit zwischen den Jahren mit Auskichern und Ausruhen verbracht. Ein kleines Schälchen Obazden, 2 Weißwürste und eine Flasche Helles hatten sie im Keller versteckt. Ja, liebe Kinder, so war das damals im Jahr 2003 im Advent. Aber der 1. FC ist dann später leider trotzdem abgestiegen...  ...und Bayern München natürlich wieder Meister geworden. Weihnachtsmeister.


HERTHA


Das hab ich aber nie gesagt: du hast mit deinem Alter kokettiert. Das hab ich ihr anders gesagt. Dann geht’s: nein, das muss ich aber jetzt erklären! Ich hab halt immer gefunden, dass es mir noch gut geht, obwohl ich schon so alt bin. Das stimmt aber nicht, sie hat es andersrum gesagt. Und jedes Mal, wenn bei mir etwas so ankommt, versucht sie, und... ein Leben lang geht das ja so. Und ich glaube nach wie vor, dass das damit zusammenhängt, dass sie mich immer verhauen hat als Kind. Das stimmt. Wenn du als Kind ununterbrochen solche Ohrfeigen kriegst, weil die einen Kopf größer ist, und wenn, wenn du hundert mal mitm Fahrrad hinfällst, weil sie mitm Fahrrad hinter dir herfährt und dich extra zur Seite drückt, so dass du unten liegst und sie oben drauf, und du hast die Knie kaputt. Und wenn die den Lebkuchen, den ihr beide gekriegt habt in der Früh um zehn, um die, um die Puppenküche runter zu holen ausm Speicher und den Kaufladen, und wenn sie dir den Lebkuchen, den sie aufgefressen hat, im Treppenhaus aus der Hand reißt, dann ist das, dann geht das nie mehr weg. Das bleibt, da kannst du nix machen.
(aus der Textwerkstatt / theater zum westlichen stadthirschen)


KOLUMBA 11


"Eine Million Macheten hat er in China bestellt und in Verstecken über das ganze Land verteilen lassen."

"Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen."

"OKAY ist eine unerträgliche Dramatisierung von Leere."

"Diese ungewollten Kinder klettern an der Wirbelsäule lang."

"Die KI-Forschung ist hirntot."

"Dass die Fischbestände zurückgehen, kann man nicht den Walen in die Schuhe schieben."

"Was ist der Himmel was ist die Hölle und wer kommt da rein?"

"Rauchen im Hospiz beschleunigt den Vorgang."

"Da ist ein Licht angegangen, aber ich weiß nicht, was es zu bedeuten hat."

"Natrium-Pento-Barbital: erst schläft man ein, dann stirbt man davon."

"Island will wieder eine normale Insel sein."

"Haider kann nicht sterben, denn wir lieben ihn."

"Die Liebe, die ist ein Zaun vom Feld um deine Seele."

"Keine 3 Stunden in Berlin und schon hab ich Schulden bei ner Hebamme."

"Die Unwirklichkeit eines aus der objektiven Physikalität des cerebralen Prozesses in die subjektive Existenz des erinnernden Schauens nicht übertragbaren Ereignisses ist wirklicher als die greifbare Realität des Bildes."

"Die Dinge zeigen sich so, wie sie sich uns gegenüber abschaffen."

"Gisele Bündchen bekommt Junge."




raucht trinkt Bier hat zu Essen schreibt mit Bleistift hat ein Fahrrad ein Fernglas eine Taschenlampe einen Kühlschrank kein Telefon hasst Kinder hat eine 2-Zimmer-Wohnung liebt den Wind verleugnet seine Kindheit würde seine Mutter suchen hat einen Selbstmordversuch imaginiert lässt seine Wohnung verkommen würde sich gern eine Schreibmaschine kaufen glaubt, seinen Vater ermordet zu haben glaubt, seine Mutter gleich mit ermordet zu haben ist physisch stark hat grüne Augen hasst seine Arbeit ist am liebsten allein erinnert sich an seine Träume treibt es mit ... mag sie aber nicht bevorzugt das Tagesgericht trinkt viel ist ein Mörder verheiratet sich hat zwei Kinder spielt Schach lügt hatte einen Freund


SONNTAG


Also, die sollen zu mir Hurensohn sagen, ist, war mir damals, ist mir jetzt auch immer noch egal. Aber manchmal machts bei mir Klick und dann sag ich, wie Hurensohn, rede nicht so, du Bastard. Und dann passiert einfach wieder ein Streit. Krieg ich mal ne Schelle, so, irgendwie. Ehre. Großes Wort. Ich würde sagen, man kann Hurensohn, alles so zu mir sagen, aber sobald man mich angreift und ich merke, aha, er hört nicht mehr auf, dann ist, dann ist Schluss bei mir, dann fängt meine Ehre an zu wirken, das heißt, ich verteidige mich selber. Na, wenn er so Hurensohn zu mir sagt, kann ja abprallen, das kommt vielleicht psychisch, seelisch zu mir rein, aber das kannst du ja wieder verarbeiten. Wenn er zu mir kommt und mich boxen tut, alles, und ich sage, der wird nicht aufhören, dann machts bei mir Klick und dann box ich mich auch. Dann wehr ich mich. Und das ist für mich die Ehre. Und die Würde. Dass ich nicht als Arschloch ende und sage, ja, er hat sich nicht gewehrt. 
Letztlich ist es ja dann doch ein animalischer Reflex. Es geht ja ums Überleben. 
Gefressen oder gefressen werden.
In dem Fall hat natürlich auch jedes Tier, das um sein Leben kämpft, eine Ehre. Die Überlebensehre. 
Ein Leopard, also ein Gepard und ne Gazelle. Die Gazelle rennt weg, und das ist ihre Ehre. Sie rennt, sie rennt, sie rennt. Wenn sie, wenn sie nicht mehr kann, ist ihre Ehre erschöpft. Und dann fällt sie, ist sie zu langsam.
Und fällt dir irgendwas ein, was du früher draußen erlebt hast, was damit zu tun hat?
Ich hab draußen nie viel Streit gehabt. Sagen wir so, eigentlich gar nicht. Aber ich glaub, draußen ist das einen Tick härter noch. Also wenn ich jetzt zu jemandem sage, ja ich fick deinen Bruder oder ich fick deine Mutter, zwei Stunden später kommt der mit hundert Leuten an. 
Ist dir so was mal passiert?
Nee, so was ist mir noch nie passiert. Zum Glück. Du musst, also, ja, wenn man, wenn man wirklich keine Brüder hat, wenn man nicht da Freunde hat, da Freunde hat, da Freunde hat, sollte man so was nicht sagen. Oder sich gar nicht erst in so einen Streit einlassen. Wenn man sagt, ja, man denkt, man weiß, aha, die halten zueinander, ich hab da und dort Freunde, wenn’s hart auf hart kommt, helfen die mir, dann kann man auch noch sagen, ja, warte mal, in zwei Stunden, und dann wir regeln die Sache. Dann gibt’s ne Massenschlägerei.

(Textwerkstatt: aus den Knast-Protokollen zum Theater-Projekt "Aufschlüsse", theater zum westlichen stadthirschen 2007)





DOLCEACQUA


Also das, das, also wenn ich auch lerne, es ist so, das heißt ich hab ja schon, ich hab ja auch vor, schon vor der Pause auch gesagt, das heißt, dass ich, wie sagt man das, überlegen welche, was dann auch ich, also ich meine, das bedeutet, dass ich endlich mal versuche, richtig mal klarer zu werden, nicht so aufgeregt, und nicht wuschig, und da hab ich ja, ich kann’s ja noch mal betonen, noch mal, also so dass ich endlich mir im Kopf klar bin, nein, lass dieses blöde deppernde Zeug, ich meine, lass dieses blöde blöde Mistzeug mal, schieb mal bei, schmeiß mal weg, und dieses Realitätsstück aber, das ich mach, muss ich auch erst mal beiseite schieben und das heißt, dass ich jetzt erst mal richtig, erst mal versuche genau zu wissen, richtig nachzufolgen, wie das eigentlich dann so alles anfängt, diese Lernzeit und diese Lehrzeit, wie ich richtig auch so von der Kollegin richtig auch so auch versuche mitzukriegen, wie ich, wie sagt man, wie ich richtig versuche, und die, und die, diese, wie sagt man, diese wichtigen Dinge und Fragen damit zu beantworten, wenn ich dann dort dann, wie sagt man da, bei ihr zu Hause, so mit und dann, wenn man dann richtig vereinbart, klar zu stellen, an welchem Tag dann richtig, dann auch dieses wichtige Gespräch ist, wo ich dann lernen werde, um die Dinge richtig hinzukriegen.
(Textwerkstatt: V.M., aus den thikwanesischen Protokollen)




"Wer ein bisschen wie Ulbricht sprach, war Sachsenscheiße."




"Dummheit und Langeweile sind Kategorien, die sich gegenseitig ausschließen oder neutralisieren. Und das halte ich seit über 30 Jahren aus." (J. Pohling)




"Fussball ist wie Schach, nur ohne Würfel."




gelingen
hat den mund aufgemacht
kamen fische heraus in der nacht
an den kalten zähnen vorbei
schwamm ein wal
auf dem silbernen laken
lag aber nichts
nur ein kleiner
spalt mensch
ohne haut



Angst 
Das ist immer ne Glaubensfrage. Gott, Gott, Gott sagt man immer, ob man, ich sage immer, ich habe sehr viel Angst vor dem Alleinesein, von den Betroffenheit, weil die Menschen sich am liebsten sich streiten und darum hab ich immer so viel Angst, und sagt man immer, soll man sich mehr daran halten an diese Gottesgesetze, du darfst nicht stehlen, du darfst nicht klauen, oder sagen, man kann alles mit dir machen, und man man man sagt immer, Mein Gott, ist das böse oder ist das gut, es brütet in der Seele schon, wie so n Faß, soll ich ihm jetzt eine hauen, dann hat man immer Angst, wenn man zum Beispiel sagt, dass Gott so ungerecht ist und die sagen alle, glaubt man mehr an den Gott als man lieb ist, gibt man mehr auf dieses Besitztum, das is meins, und gibt man den andern nix mit, und sagt, man lässt den andern in Stich, dann hat man doch Angst, man hat Angst immer vor Menschen, die auf dein innerliches Aussehen stieren, dass die andern sich verurteilen und sagt immer der Gott sieht alles, oder sagen, die gehen jeden Tag in de Kirche, man hat immer ne Angst mit den Körper und mit der Seele, und wo man diese armen Menschen da unten sieht, soll man den geben oder sind das nur eine, die simulieren, diese Menschen, die muß man einfach helfen, soll man die wirklich sagen, man hat Angst davor, machen sie sich darüber lustig oder lassen sie dich einfach so gehen wie du bist, dann hat man Vorurteile, man streitet sich, und es geht um so viele, und denn is man immer so zweigeteilt, zum Beispiel, und dann schlagen die Leute immer manchmal um sich und die meinen immer zu sein, dass die ärmer sind als die armsten Menschen, dann sagt man, wir leben hier noch gut, sagt man, die anderen Leute so wie in Afrika oder wie wie da in Tansania, die sind noch mehr, noch mehr Angst, da merkt man, die Leute sind schwarz, dann, wie soll man mit die Leute umgehen, wie soll man denen sagen, komm wir wollen dir helfen, die ne andere Sprache lernen, es sind zu viele Leute, und man ist immer in diesem Zweifel, oder sagt man, diese Penner, die können uns ma kreuzweise, bist du selber arm, dann hast du ne Angst, und wenn du sagst, du bist jetzt der reiche Macker von nebenan, dann stinkt es doch einen bisschen an, ich hab zum Beispiel sehr viel Angst überfallen zu werden, weil nämlich, hast du was, bist du was, oder bist du eben so n Geier wie die wie diese Politiker, und dass die Leute sich zum Beispiel erstechen oder sagt man, bist du ehrlich, sagt man, du bist ein mieser Charakter, dann hat man doch Angst, wenn man das spürt, dann spürt man den Körper, dann spürt man die Seele und dann merkt man, man lügt. Man hat immer Angst. Wenn man sagt, du bist so wie die andern, so feingespalten, dann hast du doch die Angst gespalten, oder man ist immer in dieser Verzweiflung drin, Angst zu haben, und dass die Leute einen schlagen oder man sagt, du bist feige, und wenn du einen schlägst, dann sagt man, du bist Angst und bist feige, und das nimmt mich hier immer ein bisschen mit.
(Text von Peter Pankow aus der Produktion DAS ZARTE WIRD JA IMMER ÜBERDROHT, Theater zum westlichen Stadthirschen, 2004)


Ventimiglia 2008









Vor einem Spielzeuggeschäft. Ein dreijähriger Junge brüllt wie am Spieß. Vor ihm kniet sein Vater und schreit ihn an: “Ist das die Alternative? Ist das die Alternative? Ist das die Alternative? Ist das die Alternative? Ist das die Alternative?”


INFANT


Ich habe mich vor 27 Jahren in Isfahan dem Ubiquitätsgebot verschrieben und bin seitdem meistens in Ägypten, Äquatorialguinea, Äthiopien, Afghanistan, Albanien, Algerien, Andorra, Angola, Antigua und Barbuda, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Bahamas, Bahrein, Bangladesch, Barbados, Belgien, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botsuana, Brasilien, Brunei, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi, Chile, China, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti, Ecuador, El Salvador, Elfenbeinküste, Eritrea, Estland, Fidschi, Finnland, Frankreich, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Griechenland, Großbritannien, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Israel, Italien, Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien, Jugoslawien, Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo, Kroatien, Kuba, Kuwait, Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshall-Inseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Nordirland, Nordkorea, Norwegen, Österreich, Oman, Pakistan, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Ruanda, Rumänien, Russland, Sambia, San Marino, Sao Tomé und Principe, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Somalia, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und Grenadinen, Sudan, Südsudan, Surinam, Swasiland, Syrien, Südafrika, Südkorea, Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu, Türkei, Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Usbekistan, Vanuatu, Vatikanstaat, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam, Weissrussland, Zentralafrikanische Republik und Zypern gleichzeitig und befasse mich dort mit jeweils unterschiedlichen Projekten.




dolomiti
erfahre eben aus dem radio, dass wir uns im jahr des berges befinden (unesco). rosetta in den dolomiten. cimone della pala. unbedeutend beide, aber wie eingebrannt ihre namen. berge meiner kindheit. unweit des passo di rolle. san martino di castrozza. was um des berges und des jahres und der uno und der kinder willen bedeutet “castrozza”?
nachschlagen:
gibts nicht.
müßte stehen zwischen “castroneria” (dummheit) und “casuale” (zufällig). also: meine ständige anwesenheit dort im italienischen gebirg als kleiner bub war nur ein dummer zufall... FAORO hieß die familie. frau Faoro ist für mich bis heute das älteste wesen, das ich jemals sah. ihre töchter anna, maria und luisa haben mich gewickelt, gefüttert, ins bett gelegt und späterhin meine becherchen gewaschen.




"Niemals! Niemals! Ich habe niemals Hinrichtungs-Opfer zu Kameraden umgearbeitet!" (popanz von hagens)... und im o-ton der pressekonferenz hat man immer statt "Hinrichtungs-" "himmlische" verstanden...


KOLUMBA 4


- „weißt du, was jesus christus am kreuz gesagt hat?“
- „naja, vater, vater, bitte hilf mir, wenn es denn sein muss, oder sowas.“



meine güte ingobruder! in welcher annektierung bist du denn gelandet? gibts da rückwege? hast du im hochland ein riesen-stationär aufgeklappt? hochform in langform: briefing im klassischen sinne aus einer pizza-bäckerei, hast du dein festungs-phantom schlitzlich und endlich real verlassen? aber mit verlaub: das wird ja alles immer durcheinanderlicher. so viele fragen: 1. lass mal bruder jacko seinen prozess kriegen (der braucht jetzt ruhe). nick nack, hast du vergessen, dass ich bei erwähnung des namens voodi - ich kanns kaum schreiben - überall pickel kriege? müßtest mich mal sehen, zum glück hab ich heute abend keine vorstellung. warum kippst du so viel unbill über mich? könnte hier in meinem chaos mal den ein oder anderen glückwunsch (bill) gebrauchen, aber nicht so dubios-zynische GRATULAKULSKIES für von mir alles andere als beabsichtigte körperschäden von fremdpersonen! selber schuld. fremdkörperschuld. schuldschaden. schuldperson. schuldkörper. fremdschuld. 2. wer ist jess? (längst eliminiert) s.u. 3. hör endlich auf, an deinen implementirien rumzufummeln, das bringt nix! davon kann man übrigens auch physisch krank werden. du fängst schon wieder an, dich an dinge und personen zu erinnern, die es nie gegeben hat... 4. LEGUAN??? dass eins mal klar zu verstehen sich begebe: ich habe in dieser sache nix recherchiert. ich habe um recherche gebeten! und wenn deine lager-kolleginnen sich dann wegen ontologischem dilettantismus berechtigte züchtigungen einhandeln, dann bist DU derjenige, der sich schadenfroh ins fäustchen hüstelt. schäm dich. schäm dich mal. von wegen pop, zustimmung zum system, postmodern... herbert marcuse dreht sich im grab herum. ist ja manchmal ganz charmös, wenn du naiv tust. die SIND das system. ohne die gäb es nichts. keine welt, keine götter, keine hunde. über die rasche und effektivste vernichtung/ausrottung letzterer habe ich mich an anderer stelle bereits ausgelassen (soviel zu deinem monumentalanhang). 5. hab ich dich richtig verstanden: du möchtest mit jemandem, der von einem anderen vor seinem lebewohl komplett verspeist, komplett verdaut und komplett wieder ausgeschieden worden ist, ein paar unverbindliche worte wechseln? das finde ich so verwegen wie ekelhaft, aber luka wird diese rückführung mit freuden in angriff nehmen. könnte mir aber vorstellen, dass der dann nicht lange hält. 6. das mit dem lila ingo hab ich mir ja fast gedacht, war aber eine hübsche volte. und den signore hartig musst du bei gelegenheit in personam non gratam (also mit gewebe und allem) mal vor mich hinstellen. an den hätte ich ein kleines begehr. lieber hobby-schwuchtel als profi-kuh. 7. bis auf weiteres: keine aufträge! keine auslands-operationen! do not touch the african field! "deutsch-ostafrika" ist gelöscht. ich hatte bis heute nur einen einzigen kurzen kontakt zu den 2 markus. das war unmittelbar vor ihrer verhaftung in der schweiz. d.h. auch andere machen sich ihre "gedanken"... und: es gibt keinen grund zur panik, schon gar nicht für schübe derselben! ich hoffe, ich konnte einiges entkrümmen und grüße brüderlich wohin auch immer, take care! jürgen 16-ender p.s. mentor-funktion niedergelegt. siehe anlage.   (aus: jürgens briefe)


STASI 3


Zweikörperproblem
die Bestimmung der Bewegung zweier als Massepunkte der Massen m1 und m2 idealisierter Körper oder Teilchen unter dem alleinigen Einfluss ihrer gegenseitigen Wechselwirkung. Anders als das Zweikörperproblem ist das Dreikörperproblem nur unter speziellen Voraussetzungen bezüglich der Stellung der drei Körper exakt und bei Vernachlässigung der Masse eines Körpers gegenüber den Massen der beiden anderen näherungsweise lösbar.



KAUKASISCHES ROULETTE:
die Revolver-Trommel ist voll, in einer Kammer befindet sich keine Kugel.


HELLE MITTE


Hansi  
Ja eben - da war ich noch im Kino - Das war so'n Film
- ja war so'n Mann. Nee, da is so'n Licht, also das Licht ist um ihn herum und er ist in diesem Licht drin. - Echt gut - Also der Film handelt davon, wie der Mann zu diesem Licht findet. Weil, in diesem Licht ist der Mann dann eigentlich auch weg, ist der gar nicht mehr da. Aber dann ist das auch gar nicht mehr so wichtig für den Mann, daß er überhaupt da ist, er ist sozusagen im Licht oder vielleicht ist er auch das Licht; auf jeden Fall, es geht um, tja - um den Weg da - ist ja auch ein Film.
Der sieht immer ein Licht, egal wo, er geht halt so rum und der sieht immer ein Licht, der meint immer, er müßte zu diesem Licht und versucht immer in das Licht reinzugehen und immer wenn er so nah dran ist an diesem Licht, dann ist es plötzlich wieder weg. Irgendwann kommt er dann drauf, daß er ganz bestimmte Sachen machen muß, um dahin, um in dieses Licht rein -
Der muß in sich selber, der muß anders aussehen oder, der muß anders reden, weil der dann die Sprache auch nicht mehr verlernt. Nee - der verlernt dann zu sprechen, der kann dann nicht mehr sprechen und nur noch so ganz, der sagt dann überhaupt nichts mehr und dann kommt es langsam dazu, daß er durch die andern Leute durchgucken kann und hinter diesen Leuten ist dann wieder so ein Licht, also er kann dann durch dich durchgucken und dann kommt so ne Stufe, wo er selber durchsichtig wird und er kann dann überall durch. Fängt dann an so durch Wände zu gehen. Der geht durch alles durch, der braucht dann nicht mehr um die Ecke, der kann dann einfach grade. Ja. - Und ganz am Schluß ist er einfach weg in so einem riesigen Licht. Dieses Licht sehen dann auch die andern. Das ist wie ein Schwarzes Loch, das Schwarze Loch ist ein Lichtlicht.
Gute Bilder.
Hinterher kann er dann auch so Leuten helfen. Das macht er dann auch. Irgendwie vergißt er das dann auch, daß der dann so Sachen - nicht macht. Die andern denken, er würde dahin gehen, aber sie wissen nicht, daß er eigentlich derjenige ist, der bestimmte Sachen nicht macht, weil sie da schon waren vorher. Und immer wenn das Licht kommt, wissen die, daß er derjenige war, der jetzt doch wieder gewußt hat was, nee, daß er derjenige ist, der immer schon vorher weiß, was die andern tun werden, so rum. Und die tun es aber dann, weil sie es wissen, nicht. Und deswegen ist es möglich, daß er manchmal hinkommen kann und andern Leuten hilft, weil sie das eben wissen, und ganz bestimmte Sachen einfach nicht tun, weil wenn sie das nicht wüßten, dann würden sie diese Sachen tun und wenn sie die Sachen tun würden, dann könnte er ihnen ja leider nicht helfen. Und wenn sie die tun würden, dann würde er wahrscheinlich nicht so weit kommen, daß er durch Sachen durchgeht. Das muß er ja vorher mit den andern besprechen. Ja, manchmal kann er das vorher besprechen mit Leuten, dann kann er sagen, das und das wird jetzt gleich passieren, ich sag euch das jetzt, und ihr müßt das aber sofort wieder vergessen und was können wir tun. Und dann besprechen die sich halt und das Schwierige daran ist, daß sie halt sofort wieder vergessen müssen, was er ihnen gesagt hat. Weil, wenn sie das nicht vergessen würden, dann würde das nicht passieren, was er - weiß. Und sie können aber dann trotzdem, noch zusammen besprechen, wie sie die Situation - den andern dann - die nicht dabei sind bei dem Gespräch, so erklären, daß er, ohne daß die, die dann, die dann das merken, daß er da, reingehen kann und so tun kann, als hätte er vorher nicht gewußt, was jetzt nicht die ersten besprochen haben, sondern was die zweiten wußten. Deswegen kann er da manchmal - also ein Kind hat er da z.B. gerettet.
Ja - und solche Sachen passieren da halt noch -
-- guter Schauspieler --- der heißt --- Chang --- Chandamme --- ...
aus "Großstadtnotizen", 1995




Feuer in einem Triebwerk während eines Fluges ist durchaus normal...




Schönheit / Wahrheit...    ...Unheit




gespräch mit alma

- hallo matthias.
- hallo tiger. ich bin jetzt nicht mehr matthias, ich bin jetzt wieder ein gespenst.
- hallo gespenst. musst du noch arbeiten?
- nein, gespenster müssen nicht arbeiten.
- nein?
- nein, gespenster sind doch im sein zuhause.
----
- ich bin so müde.
- du bist ein müdes gespenst?
- ja. es ist noch hell. ich warte, bis es dunkel wird.
- und dann?
- dann steh ich auf. jetzt ist es dunkel. ich suche mal ein paar leute, die ich besiege.
------
- und was machst du jetzt?
- ich besiege jetzt leute.
- und warum?
- weil wenn leute tot sind dann mach ich die wieder heile, weil ich bin ein liebes gespenst!
-----
- und jetzt bist du aus spiel nochmal tot, tiger! und wenn ein vogel mir meinen zauberstock wegnimmt, dann mach ich ihn tot und nie mehr heile.


FISHEND





blitzlicht-serie “krücken”:

befaßt sich mit dem phänomen des aufrechten gangs. also auch mit dem stoff pd-3-p. die suche nach dieser biochemischen verbindung namens phylodoxa-tri-phosphat wird von solvej balle in ihrer erzählung “§1” beschrieben.
zu beachten auf den fotos:
schuhwerk, strümpfe, beinkleider, verbände, röcke, mäntel, bodenoberfläche, lichtverhältnisse, tageszeit, schaufenster, wetter, begleitungen/unbeteiligte/kinderwagen, taschen und beutel, selten hände, schärferelation von körper und krücke, jahreszeit, rechts-links-krückenführung, stand oder gang, einstellung der krücken-höhe, schwellen, treppen, dynamik, innen- oder außenraum, besonders natürlich die beschaffenheit des “stocks” an sich: farbe, material, alter, dicke, doppel, bodenkontakt? was den fotografischen vorgang an sich betrifft, auch seine fähigkeit, sich einzubrennen, “ding” zu bleiben.
aus der summe zu errechnen: 1. die lebenserwartung, (ihre krankheitsgeschichte), 2. die vergangenheit, (ihr alter, ihr soziales umfeld), 3. ihr augenblicklicher handlungs-impuls (d.h. meistens: “was kaufe ich als nächstes?”, manchmal aber auch: “wo soll ich jetzt hingehen?”, selten: “warum bin ich jetzt hier?”), 4. ihr name
dazu: wer sind diese frauen? warum ist mir ihr gesicht egal, ihre stimmen? selbst die beschränkung auf die ansicht von hinten ist über eine anfängliche feigheit beim “schuß” zu einem gestaltungsprinzip geworden, das mindestens ihr weglaufen aus dem bild, ihre flüchtende bewegung bannt, für deren gegenteil es außer rot-grünen einwegbrillen keine form gibt. niemand verschwindet aus einem bild und ist uns dann näher.























Unmittelbar nachdem ich auf die Welt gekommen war, wurden mir in Folge eines spektakulären Kunstfehlers meine Füße abgeschnitten. Im Alter von sieben Jahren hackte man mir - wegen Faulheit im Klavierunterricht - beide Hände ab. Weil ich den von Beilen und Sägen verursachten Schmerz nicht besonders gut aushalten konnte, legte ich mich auf Geheiß meines Vaters für die Beine in einen Eisenbahntunnel. Ich hatte in einem wichtigen Laufwettbewerb versagt. Meinen rechten Arm verlor ich bei einem Jagdunfall, den linken bei einem Behindertensportfest. Ich fing dann an, meine Eltern und Geschwister mit inneren Organen zu versorgen. Als schließlich das Überleben meiner Mutter nur noch durch die Spende meines zweiten Lungenflügels gewährleistet werden konnte, entschloss man sich zu einer Totalamputation des Rumpfes. Seitdem hänge ich an einem teigähnlichen Ring, der sich durch den Mund und den kurzen Rest meines Halses bewegt, in unserer Küche an einer Eisenstange. Einmal in der Woche kommt mein Vater mit einer Luftpumpe vorbei. Meine Mutter besprüht mich jeden Tag mit einem Wasserzerstäuber. Niemand spricht mehr mit mir. Ich bin jetzt siebzehn Jahre alt.




„Den UNO gehören (2012) 193 Mitglieds-Staaten an, d.h. alle Staaten außer Taiwan, Vatikanstadt, Kosovo, Nord-Zypern, Abchasien, Südossetien, Cookinseln, Südsudan und Westsahara (DARS). Nach der Satzung (Charta) der UNO steht die Aufnahme in die UNO allen friedliebenden Staaten offen.“




naja, wir ermöglichen unseren kindern die kindheit, die unsere eltern uns vorzuenthalten nicht imstande waren...




"- du wärst jetzt wohl hier angekommen und deine eltern wären wohl gestorben. - nee, die sind wohl getötet worden. - gut."




"Uhren, die ticken, werden in China nicht verschenkt."

"Elstern sind Kandidaten für ein Ich-Bewusstsein."

"Leichter haben es da unheilbar Kranke und Sterbende."

"Für uns gibt es nur die Welt, in der das Wort "es gibt" existiert."

"Das Scheitern ist ja nicht unattraktiv..."

q.e.d.


s.o.