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EIN SPIEL (50 Worte)
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30.01.1957 - geboren in Köln
1975-1977 - Studium der Islamwissenschaft, Indologie und Ethnologie, Universität Köln
1978-1982 - Schauspielstudium an der HOCHSCHULE DER KÜNSTE BERLIN, Bühnenreife, Diplom
1982-2018 - Gründung des THEATERS ZUM WESTLICHEN STADTHIRSCHEN (BERLIN),
bis heute dort als Schauspieler, künstlerischer Leiter, Regisseur tätig
2001 - Führerschein
seit 2008 - Schauspieler und Regisseur bei THEATER THIKWA
seit 2010 - Dozent für Schauspiel in Integrativen/Inklusiven Theaterformen
seit 2012 - Leiter der Schauspielausbildung bei Theater Thikwa

Mitwirkung in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen

Aszendent Löwe, Vater von Luka (27) und Alma (19), Beidhänder mit hochgradiger Flugangst, COPD-Aktivist, catoptrophob, kathisophil
Spielername bei www.playchess.de: Maillard

Kontakt:
Roennebergstraße 4, D - 12161 Berlin, +49-(0)179-2289207
dominikb@t-online.de





Foto:
Stefan Mocker


Sammlungen: Messer, Phantombilder, Brillen, Pilze, Kugeln, Masken, Fischbilder (s.u.)


Aszendent

Foto: Susanne Tessa Müller

Schauspiel-Training in derTheater-Werkstatt Thikwa
 
Basis-Unterricht zur Ausbildung von:Bühnen-Präsenz, Wirkungsbewusstsein, Raum-/Zeitgefühl, Sensibilität für (positive wie negative) Spannungen, Aufmerksamkeit, Interesse, Spielfreude sowie Abbau von: Ängsten, Schamgefühlen, Blockaden, persönlichen Manierismen und durchaus vorhandenen Vorbehalten gegenüber dem Medium Theater 
DasTraining besteht aus Elementen, die je nach Impulsen aus der Gruppe und nach „Tagesform“ frei kombiniert werden. Im besten Falle entstehen dabei szenische Sequenzen,die in parallel laufenden Theaterproduktionen Verwendung finden können.
Die Aufgaben werden dabei bewusst nur in Ausnahmefällen den individuellen Handicaps angepasst. 
Warmup
für Stimme und Körper, Spannung / Entspannung, Bewusstwerdung der mitgebrachten Befindlichkeit, Ziel: neutrale, aber neugierige Anwesenheit und Teilnahme 
Improvisationen
Wunsch-Rollen (Mörder, Königin, Löwe, Polizist, Filmstar, Meerjungfrau etc.) als Porträts und in der Begegnung, Hoch-/Tief-Status, Impuls-Training im Kreis mit Partner-Arbeit, spontanes, im guten Sinne unbedachtes Reagieren auf Spielangebote, Erstellen von Tableaus (lebende Bilder) zu vorgegebenen Themen 
Chorarbeit
synchrone Bewegungen im Raum, Präsenz/Konzentration der „line“, rhythmisches Sprechen und Singen, Bauen von „Maschinen“, Gegenüberstellung Einzelner – Gruppe, Übungen zu Dynamik (crescendo diminuendo / accelerando rallentando) und Fokussierung, Arbeit mit Masken 
Imitationsübungen

Spiegelbilder, Nachahmung von Körperhaltungen, Gesten, Stimmlagen, Nachspielen von realen Vorgängen und kurzen Monologpassagen, Personen-Raten 
Interviews
(angeleitete) Einzel-Gespräche und Talk-Show-Situationen zu frei gewählten (persönlichen oder tagesaktuellen) Themen 
7 Grund-Emotionen

gestische, stimmliche, textliche (bzw. kombinierte) Darstellung von Angst, Wut, Freude, Scham, Ekel, Trauer, Neugier
Erfahrung des Unterschieds zwischen Einfühlung und Verstellung 
Textarbeit

(kenntnisnehmendes) Lesen, Vorlesen, Memorieren, Entwicklung einer individuellen Phantasie-Sprache, die in unterschiedlichsten Aufgabenstellungen eingesetzt werden kann, Entwicklung von eigenen Texten durch kollektives Assoziieren 
Musik
Arbeit mit Perkussionsinstrumenten zur Ausbildung von Rhythmusgefühl, Wahrnehmung von Stille und ihrer Qualität, Aufbau von atmosphärischen Klangteppichen 
Sonstiges

nach Bedarf Spiele, Exkursionen, Massagen, innere Reisen, Konfliktklärungen


simulierend



rbb – Kulturradio

Porträt von Margit Miosga, 16.7.2009

Der Theaterabend ist zu Ende, man hört den Regen auf das Dach trommeln. Dominik Bender hat sich ein Bier geholt und sitzt am Bühnenrand. Er war 70 Minuten mit dem Solo-Stück „Trompete Galgen Feuerstrahl“ präsent: authentische Texte von Schizophrenen, die der Irrenarzt Navratil gesammelt hat.
„Ja, das ist meine Lieblingstätigkeit, wo ich mich am ehesten verwirklichen kann, es hat schon so einen therapeutischen Nebeneffekt, aber solang den kein Zuschauer merkt, ist das ja nicht schlimm...“
Dominik Bender wirkt nach dem Spiel nicht wesentlich anders als auf der Bühne: groß, schlank, ganz kurze rötliche Haare, helle Augen, drüber eine steile Stirnfalte.
„Das find ich ja das Tolle am Theater, sobald es losgeht, bin ich da drin, und alles, was vorher und nachher war bzw. sein wird, ist dann weg. Da kann man sagen, das ist ein Zwang, oder man kann sagen, das ist eine ganz große Freiheit. Und für mich ist es eben ein großer Freiraum, in dem ich natürlich funktioniere, in einer Struktur, in einem Rahmen, in einer Inszenierung, aber in dieser Zeit, die es dauert, ist das für mich einfach ein sehr großes Glück.“
Deshalb kümmerte er sich auch nicht besonders um Kino-Rollen, obwohl auf seiner Website eine lange Liste von Filmen nachzulesen ist. Den Westlichen Stadthirschen gründeten Dominik Bender und seine Studienfreunde von der Hochschule der Künste, sie schufen eine feste Institution der Off-Szene. 2003 kündigten sie ihre Räume in der Kreuzbergstraße, seit 2009 gibt es auch keine Senatsförderung mehr. Der Stadthirsch lebt aber weiter mit einer Rumpftruppe, der Bühnenbildnerin, der Dramaturgin, dem Lichtmann und eben dem Schauspieler und Regisseur Dominik Bender.
Seit dem Jahr 2004 haben sie Obdach im Theater Thikwa gefunden, arbeiten dort mit den behinderten Schauspielern, zeigen aber auch eigene Produktionen. Der geborene Kölner sieht in der Koproduktion mit Thikwa eine biografische Schleife: „Nach dem Abitur hab ich erst mal eine lange Reise gemacht, Türkei, Persien, Afghanistan, Pakistan, und ich war so begeistert, von Afghanistan vor allem, dass ich angefangen habe, Islamwissenschaften zu studieren, Indologie und Ethnologie. Da haben sie mich aber nach drei Semestern raus geholt, und ich musste meinen Zivildienst machen. Und im Zivildienst hatte ich zu tun in einer Schule für behinderte Kinder und hatte dort einen autistischen Jungen als Einzelbetreuer.“
Nach dem Zivildienst verließ er die Hochschule, Wissenschaft lockte ihn nicht mehr. Zum Schauspiel kam er eher zufällig, er bestand in Berlin an der HdK die Aufnahmeprüfung und wusste: das ist das Richtige. Was fasziniert ihn an seiner aktuellen Arbeit mit behinderten Schauspielern, die auch eigene, eigenwillige Texte einbringen?
„Es ist einfach wie so ein neues Fenster aufgegangen, wo ich irgendwann gemerkt habe, aha, aha, das ist ganz außergewöhnlich. Wir haben zum Beispiel mal ein Stück gemacht über das Älterwerden und haben auch bei diesem Stück Texte von Thikwa-Schauspielern benutzt, weil sie einfach so eine ganz eigene Art haben sich mitzuteilen und Sachen auszudrücken; das kann kein anderer. Das war eine sehr große Bereicherung und ich glaube, dass wir jetzt in diesen Koproduktionen - wirklich auf den Punkt gebracht bei dem Kafka-Abend - das sogenannte „Integrative Theater“ auf einem ganz hohen Level gefunden haben.“
Obwohl Dominik Bender tief verärgert ist, dass die Jury-Mitglieder beim Senat, die darüber entscheiden, welche Theater Geld und welche keines bekommen, seit Jahren keine Aufführung der Stadthirschen mehr besuchten, obwohl er auf den Knien betteln muss, dass Journalisten zu Premieren kommen, obwohl er gerne 80 statt 30 Besucher hätte, weiß er, dass er nie aufhört.
„Komischerweise nimmt mir das immer noch nicht die Courage. Und ich könnte jetzt sagen: komm, wir spielen nochmal „Die Flieger“. Der Abend ist für mich so wichtig, dass ich sage, wenn ich die Möglichkeit habe, ihn noch mal zu zeigen, dann ist das wunderbar für mich!“
An der Qualität des Stadthirschen liegt es nicht, die Karawane ist wohl einfach weiter gezogen, nach Mitte, nach Prenzlauer Berg, und versäumt deshalb richtig interessantes Theater.

Arzt































Portrait: Edda Grossman (1980)
www.edda-grossmann.de



Portrait:
Isolde Wittke (1987)


Foto:
Martin Pfahler


past (1974)






Porträt:
Edda Grossman
1983